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6 Friedberg - Chicago

James Gregory Atkinson

11.01.2023 - 10.02.2023


Eröffnungstermin: Mittwoch, 11. Januar 2023 20:00 Uhr

In James Gregory Atkinsons Film 6 Friedberg-Chicago (2021) werden die Bewegungen und Gruppenformationen von 17 jungen Schwarzen Protagonisten in den Ray Barracks – einer ehemaligen Kaserne der US-Armee in Friedberg – von Harfenklängen begleitet. Ahya Simone interpretiert das Toxi-Lied aus Toxi (BRD, 1952, Robert A. Stemmle), einem Film der die Frage nach der familiären und nationalen Zugehörigkeit afrodeutscher Kinder in der frühen Bundesrepublik stellt. Die Väter der jungen Männer in 6 Friedberg-Chicago waren, ebenso wie Atkinsons eigener Vater, als afroamerikanische US-Soldaten in Hessen stationiert. Atkinsons emotionaler Film findet ästhetische Bilder dafür, wie Schwarze deutsche und männliche Subjekte durch die sie umgebende Kultur geformt und ihnen bestimmte Rollen zugedacht werden. Die stillstehenden, sich bewegenden und tanzenden Körper inkorporieren solche Zuschreibungen und entziehen sich ihnen zugleich. 6 Friedberg-Chicago ist Teil eines ständig wachsenden nichtlinearen Archivs aus Texten, Bildern, Objekten und Zeitzeugenberichten, das sich mit der Rezeption Schwarzer Soldaten in Deutschland sowie deren in Deutschland geborenen Kindern befasst. James Gregory Atkinson verbindet in seinen recherchebasierten Projekten Autobiografisches mit politischer Geschichte und reagiert auf die extreme Unvollständigkeit offizieller Archive Schwarzer Menschen in Deutschland. Dabei greift Atkinson auf transnationale queere und Schwarze Narrative zurück, modifiziert diese und bringt sie in einen Dialog mit der Gegenwart. Im Rahmen des Seminar- und Vortragsprogramms der Studiengalerie 1.357 im Wintersemester 2022/23 diskutiert James Gregory Atkinson Schwarze und queere Perspektiven auf deutsche Geschichte, Politik und Kultur mit Studierenden und internationalen Gästen. Nach der international rezipierten Ausstellung 6 Friedberg-Chicago im Dortmunder Kunstverein (2022) freuen wir uns, den Film 6 Friedberg-Chicago in der Studiengalerie 1.357 im I.G. Farben-Gebäude der Goethe Universität präsentieren zu können, dem Ort, von dem aus die US-amerikanischen Militärbesatzung die Politik und Gesellschaft der neuen Bundesrepublik maßgeblich geprägt hat. James Gregory Atkinson (*1981 in Bad Nauheim) studierte bei Douglas Gordon an der Städelschule, Frankfurt und erhielt Stipendien und Künstlerresidenzen in der Villa Aurora, Los Angeles (2016), der Jan Van Eyck Akademie, Maastricht (2017) sowie ein Atelierstipendium der Hessischen Kulturstiftung in New York (2018).

Die Studiengalerie 1.357 wird getragen vom Forschungszentrum für historische Geisteswissenschaften (Goethe Universität Frankfurt am Main), MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, Jüdisches Museum Frankfurt und Städel Museum . Alle Ausstellungen werden in disziplinübergreifenden Lehrveranstaltungen in Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen erarbeitet.

Öffnungszeiten:

Montag–Donnerstag 12–17 Uhr, nur im Semester, Eintritt frei


Ort:

Die Studiengalerie 1.357 liegt an zentraler Stelle im I.G.-Farben-Haus. Gehen Sie in der Eingangshalle die rechte geschwungene Treppe hinauf. Oben rechts neben der Treppe finden Sie den Eingang zur Galerie.


Leitungsgremium:

Prof. Dr. Heinz Drügh (Literaturwissenschaft)

Prof. Dr. Vinzenz Hediger (Theater Film Medien)

Prof. Dr. Bernhard Jussen (Geschichtswissenschaft)

Prof. Dr. Antje Krause-Wahl (Kunstgeschichte)

Prof Dr. Martin Saar (Philosophie)


Lehre im WS 2022/23:

James Gregory Atkinson

Prof. Dr. Antje Krause-Wahl


Lehre:

Prof. Dr. Bernhard Jussen (Goethe-Universität, Geschichtswissenschaft), seit 2010

Prof. Dr. Antje Krause-Wahl (Goethe-Universität, Kunstgeschichte), seit 2015

Prof. Dr. Miriam Wenzel (Jüdisches Museum Frankfurt, Direktorin), seit 2020

 

Dr. Henning Engelke (Kunstgeschichte), 2012-15

Dr. Martin Engler (Städel Museum, Leiter der Abteilung Gegenwartskunst), 2010-2015

Anna Fricke (Städel Museum, wissenschaftliche Mitarbeiterin), 2013-2015

Peter Goschlüter (MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt, stellvertretender Direktor), 2015–18

Carolin Köchling (Städel Museum, wissenschaftliche Mitarbeiterin), 2010-2013

Prof. Dr. Christian Spies (Kunstgeschichte), 2015-2016

 


Organisation:

Franka Marlene Schlupp

 


Organisation (Archiv):

Radia Soukni

Tarika Johar

Carina Bukuts 

Sina Brückner 

Madeleine Hesse

Nicole Kreckel

Fritz Walter Grosz


Institutionelle Kooperationspartner:

DZ BANK Kunstsammlung, Frankfurt (Nr. 17–19, 24), German Film Museum, Frankfurt (Nr. 13–14), HfMDK Hochschule für Musik u. Darstellende Kunst, Frankfurt (Nr. 28), Hanne Darboven Foundation, Hamburg-Harburg (Nr. 28), Jüdisches Museum Frankfurt (Nr. 39–40), Sammlung Deutsche Bank (Nr. 22, 32)


Unterstützende Galerien:

Buchholz, Köln/Berlin/New York (Nr. 31), Eigen&Art, Berlin (Nr. 20), Bärbel Grässlin, Frankfurt (Nr. 16), Peter Kilchmann, Zürich (Nr. 03), Lisson Gallery, London (Nr. 36), Daniel Marzona, Berlin (Nr. 35), Seventeen, London (Nr. 29), Sfeir-Semmler, Hamburg (Nr. 01, 08, 11, 30), Sikkema Jenkins & Co., New York (Nr. 32), Sprüth-Magers, Berlin/London/Los Angeles (Nr. 27), David Zwirner, New York (Nr. 21)


Grafik: